Der heutige Tip beleuchtet die Auswirkungen von Corona auf die Konsumgewohnheiten der Bevölkerung im Hinblick auf Alkohol und Tabak. 

 

Corona wird inzwischen nicht mehr nur medizinisch beforscht, sondern auch in seinen psychosozialen Auswirkungen auf die Bevölkerung. Das ist notwendig und richtig. Vor einiger Zeit haben wir hier eine Studie zum Thema Jugend vorgestellt. Aktuell ist eine Befragung zum Thema Corona und Alkohol- u. Tabakkonsum veröffentlicht worden.

 

Ist diese Befragung für die Suchtprävention von Interesse?

Ja, unmittelbar würden wir sagen. Moderner Suchtprävention geht es um die Fähigkeiten, das eigene Leben und die ihm zugefügten Belastungen zu bewältigen. Corona ist eine solche Belastung.

 

In der Studie wurde die Belastung u.a. mit den folgenden Fragen erfasst:

- Haben Sie Angst um Ihre Gesundheit oder um die Gesundheit von Personen, die Ihnen nahestehen?

- Fühlen Sie sich durch die Ausgangseinschränkungen gestresst?

Auf einer 11-teiligen Skale zwischen „Nein, überhaupt nicht“ bis „Ja, sehr stark“ konnten die Teilnehmer (Anzahl 2.150) ihre Antwort auswählen.

 

Auf Belastungen gibt es immer eine Antwort derjenigen, die davon getroffen werden. In dem Fall der Pandemie sind wir das alle. Die Antworten können ideenreich, familienbezogen, ablenkend, genervt, erschöpft oder verzweifelt sein.

Die Studie hat sich vor allem für den Zusammenhang zwischen Belastung und dem Konsum von Alkohol und Tabak interessiert. Beides sind in unserer Gesellschaft verfügbare Antwortmöglichkeit - bekanntermaßen mit körperlichen und seelischen Nebenwirkungen.

Die Fragen aus der Studie dazu:

- Wie hat sich der Alkoholkonsum seit den Ausgangsbeschränkungen verändert?

Mit den Antwortmöglichkeiten: Etwas mehr als zuvor – Viel mehr als zuvor – Gleich viel/wenig – Etwas weniger als zuvor – Viel weniger als zuvor – Trifft nicht zu

- Hat sich Ihr Nikotinkonsum und/oder Konsum von E-Zigaretten seit Beginn der Ausgangseinschränkungen verändert?

Die Antwortmöglichkeiten sind gleichlautend wie oben.

 

Im Ergebnis blieb der Alkoholkonsum bei 41,0% unverändert, bei 37,4% hat er sich erhöht und bei 21,2% vermindert.

71,7% der Studienteilnehmer*innen sind Nichtraucher. Bei den verbleibenden Raucher*innen war bei 33,7% der Konsum unverändert, 42,7% haben mehr konsumiert, 9% weniger, 11% haben aufgehört und 3,6% haben mit dem Rauchen angefangen.

 

Die Zahlen lassen sich so interpretieren, dass die Mehrheit der Bevölkerung auf die Belastungen der Pandemie mit einer Veränderung ihrer alkohol- u. tabakbezogenen Konsumgewohnheiten reagieren. In der Veränderung ist der vermehrte Konsum das bestimmende Element, womit sich die gesundheitlichen und seelischen Risiken erhöhen.

 

Dieser Effekt – das hat die Befragung herausgearbeitet – wird zum einen durch das subjektive Stresserleben verstärkt, aber noch viel stärker durch die Dauer der Schulbildung bestimmt.

 

In der Suchtprävention wird das „subjektive Stresserleben“ unter anderem mit dem Begriff „Resilienz“ erfasst. Mit Resilienz ist eine Art seelischer Widerstandskraft gemeint, mit der schwierige Situationen durchstanden werden können. Eine resiliente Person wird mit Wörtern beschrieben wie: anpassungsfähig, belastbar, selbstvertrauend. Aber zu deren Eigenschaften zählen noch weitere Begriffe: zugewandt, emotional, mitteilsam, diszipliniert, kommunikativ, vertrauensvoll.

 

Die seelische Widerstandskraft kann man üben. Und die Angebote der modernen Suchtprävention helfen dabei. Wir als Fachstelle empfehlen zum Beispiel den „Jugend-Risiko$check“ für den Jahrgang 8 an Schulen, das „Cannabisprojekt“ ab Jahrgang 9 und das Projekt „KLASSE KLASSE“ für Grundschulen.

 

 

Die Studie können Sie nachlesen unter: www.aerzteblatt.de/201251

 

An Ihrer Meinung als Leser*in sind wir immer interessiert. Gern können Sie uns dazu schreiben:

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Fachstelle für Suchtprävention 


Beratungsstelle des Schwalm-Eder-Kreises

Schlesierweg 1
34576 Homberg (Efze)
Telefon: 05681 775 600
Fax: 05681 – 775 598

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Fachstelle für Suchtprävention

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